Ratgeber

Türen

Türen bestellt man einmal — und dann alle zusammen.

Alle Bauabschnitte

Innentüren sind das Gewerk, das am spätesten kommt und am frühesten entschieden werden muss. Die Maße hängen an Estrich, Boden und Putz, die Lieferzeiten an der Oberfläche, und wer stückweise nachkauft, hat am Ende ein Haus mit sechs verschiedenen Türen.

Zarge für die falsche Wandstärke — die Bekleidung schließt nicht bündig ab und lässt eine Fuge stehen.So nicht
Zarge für die falsche Wandstärke — die Bekleidung schließt nicht bündig ab und lässt eine Fuge stehen.
Flächenbündige Zarge mit umlaufender Schattenfuge und verdeckt liegendem Band.So richtig
Flächenbündige Zarge mit umlaufender Schattenfuge und verdeckt liegendem Band.

Die 5 häufigsten Fehler

  1. 1

    Aufgemessen, bevor der Boden feststand

    Die Türhöhe wird von Oberkante fertiger Fußboden gerechnet. Wer vor dem Estrich oder ohne den geplanten Bodenaufbau misst, bekommt Türen, die schleifen oder unter denen ein Spalt bleibt.

    Besser so

    Aufmaß erst, wenn Estrich liegt und der Bodenaufbau feststeht — inklusive Dämmunterlage. Bezugspunkt aller Höhenmaße ist Oberkante Fertigfußboden, nicht der Estrich.

    Grundlage: DIN 18101 (Türen für den Wohnungsbau; Maße bezogen auf OKFF)

  2. 2

    Anschlagrichtung erst auf der Baustelle geklärt

    DIN links oder DIN rechts entscheidet, ob die Tür in den Raum oder in den Flur schlägt und wo der Lichtschalter sitzt. Eine falsch bestellte Zarge lässt sich nicht drehen.

    Besser so

    Für jede Tür am Grundriss festlegen: Anschlag, Öffnungsrichtung, Schalterposition. Die Regel ist einfach — man stellt sich auf die Seite, auf der die Bänder sichtbar sind: Bänder links heißt DIN links, Bänder rechts heißt DIN rechts. Zehn Minuten am Plan, und die Frage ist für immer erledigt.

    Grundlage: DIN 107 (Bezeichnung mit links oder rechts im Bauwesen)

  3. 3

    Zarge für die falsche Wandstärke

    Zargen gibt es für definierte Wandstärken. Putz, Fliese oder eine Vorsatzschale ändern das Maß — und eine Zarge, die nicht passt, schließt nicht bündig ab.

    Besser so

    Fertige Wandstärke messen, nicht die Rohwand. Umfassungszargen gibt es für Nennwandstärken mit einem kleinen Verstellbereich für Bautoleranzen — der fängt Millimeter ab, keine Zentimeter. Im Bad die Fliese und den Kleber mitrechnen; das sind schnell zwei.

    Grundlage: DIN 18101 (Türen), DIN 18100 (Wandöffnungen); Zargenprogramme der Hersteller

  4. 4

    Türen einzeln gekauft

    Wer nach und nach nachkauft, bekommt unterschiedliche Höhen, verschiedene Beschläge und Oberflächen aus verschiedenen Chargen. Im Flur nebeneinander fällt das sofort auf.

    Besser so

    Alle Türen in einem Auftrag — gleiche Höhe über alle Räume, ein Beschlag, eine Charge. Höhenunterschiede in den Öffnungen gleicht man oben aus, nicht am Türblatt.

    Grundlage: Chargenbindung bei Oberflächen; Erfahrungswert aus der Reklamationspraxis

  5. 5

    Lieferzeit unterschätzt

    Weißlack und Standardoberflächen sind schnell da. Echtholzfurnier, Sonderformate und Funktionstüren nicht — und die Tür ist das Letzte, was vor dem Einzug fehlt.

    Besser so

    Türen spätestens mit dem Innenausbau bestellen, nicht danach. Und Funktionstüren — Schall, Feuchtraum, Rauchschutz — von Anfang an getrennt betrachten, die haben eigene Fristen.

Das klären wir vor der Bestellung

  • Steht der Bodenaufbau fest? Ohne ihn kein Aufmaß.
  • Anschlag und Öffnungsrichtung je Tür — am Grundriss festgehalten?
  • Fertige Wandstärke inklusive Putz und Fliese?
  • Braucht eine Tür eine Funktion — Schallschutz, Feuchtraum, Rauchschutz?
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